Mehr als 130 Obermeister und Unternehmer der Branche bei der ersten Veranstaltung in Berlin

Die Herausforderung des Marktes für die Betriebe aufzuzeigen, innovative Lösungen vorzustellen und zu diskutieren, aber auch mögliche Ausrichtungen und Anpassungen von Leistungen der Verbandsorganisation zu veranschaulichen, war Hintergrund und Ziel des 1. Obermeister- und Unternehmertages des BAF, so Rainer König, Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau und Fassade im ZDB (BAF).

Mehr als 130 Teilnehmer folgten der Einladung in die Bundeshauptstadt. Durch das Programm des 1. Obermeister- und Unternehmertages des BAF führte Ulrike Trampe, Chefredakteurin der DW DIE Wohnungswirtschaft.
Der Erfahrungsaustausch mit innovativen Unternehmen des Stuck-, Putz- und Trockenbaugewerkes stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Im Rahmen der Podiumsdiskussion stellten erfolgreiche Unternehmer der Branche praxisorientierte Themenbereiche der Branche vor.

Hermann Blattner erläuterte, wie der Ausbau-Manager zur Generierung und Motivation von Nachwuchsführungskräften genutzt werden kann und so, mit neuen Ideen und Impulsen das Unternehmen voranbringt.

Der Nutzen mediativer Kompetenzen, so Klaus-Dieter Müller, liegt nicht nur in der Verbesserung der Kommunikation und dem Miteinander von Mitarbeitern, sondern kann auch für die Förderung der Beziehung zu Kunden als sehr positiv gesehen werden. Wichtig sei, dass die Unternehmensführung dieses Thema besetze und nicht delegiere.

Wie der Unternehmenserfolg sich mit einem Vizeeuropameister und dessen Ver-marktung steigern lässt, zeigte Gerd Reingen auf. Aber man kann nicht nur ernten, man muss auch investieren. Schließlich bedeuten die Mitgliedschaft eines Mitarbeiters im Nationalteam und die Teilnahme an internationalen Wettbewerben auch damit einhergehende Trainings- und Weiterbildungsfehlzeiten im Unternehmen.

Dies würde sich jedoch in jedem Fall lohnen, so Gerd Reingen, da das Image des Betriebes und die Motivation des Mitarbeiters steige. Um neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist mehr unternehmerisches Engagement in den Schulen der Region erforderlich. Ralf Thießen zeigte hierzu praxiserprobte Möglichkeiten auf und motivierte die Teilnehmer zur Nachahmung.

Die Digitalisierung von Fahrzeugen, Werkzeugen und Prozessen im Stuck-, Putz-, Trockenbaubetrieb stand bei Moritz Skala im Mittelpunkt seiner Präsentation. Wichtig sei hierbei, die Mitarbeiter einzubinden und somit die Akzeptanz und den Nutzen zu erhöhen. Vor der „blinden Digitalisierung“ von Prozessen sollte die Analyse dieser stehen, so Moritz Skala.

In der abschließenden Podiumsdiskussion forderten die Unternehmer von der Politik faire Wettbewerbsbedingungen, mehr Fachkompetenz in öffentlichen Vergabestellen und den Brand- und Schallschutz im Trocken- und Leichtbau wieder in Meisterhände zu legen, um die Qualität in diesem sensiblen Bereich zu sichern.

Dass auch Innungen und Landesverbände aktiv sind und ihre Strukturen und Dienstleistungen neu ausrichten können, zeigten für Nordrhein und Westfalen Jörg Ottemeier und Michael Walloschek auf. Stuckateurinnungen können u. a. durch die Initiierung von Juniorenkreisen, Veranstaltungsreihen wie „Tag der Technik“ aktivieren und dadurch neue Mitglieder gewinnen.

Einen „Kümmerer“ braucht es, um neue Mitglieder zu gewinnen oder inaktive Mitglieder zu reaktivieren. Stephan Bacher stellte ein Maßnahmenpaket vor, mit dem der SAF in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich war und bereits über 200 neue Mitglieder gewinnen konnte.

Abschließend berichtete Luisa Blattner sehr frisch als angehende Ausbaumanagerin ihre Motivation sowie ihren persönlichen Nutzen, den sie aus dem stuckateurspezifischen Managementbildungsgang zieht. In drei Jahren ermöglicht das Bildungsangebot für Abiturienten die Kombination aus Stuckateur- und Meisterausbildung, erweitert um führungskräftespezifisches Know-how.

Eingerahmt wurde der 1. Obermeister- und Unternehmertag des BAF durch zwei hochkarätige Vorträge, die die Bedeutung der Mitarbeitermotivation und Führung durch Thomas Wollner, CEO der Rosenberger Gruppe, als auch des Schaffens von Motivation als Basis des aktiven unternehmerischen Handelns durch Matthias Aumann, Vorsitzender Vorstand aumann:grün AG, als unternehmerimmanente Themen herausstellten.

Das festliche Highlight des 1. Obermeister- und Unternehmertages des BAF war der Branchenabend in der Kalkscheune mit der Verleihung des Branchentitels Stuckateur des Jahres 2018. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Ausscheidungswettbewerb des Nationalteams der Stuckateure Deutschlands für die EuroSkills im September 2018 in Budapest.

Unterstützt wurde der 1. Obermeister- und Unternehmertag des Bundesverbandes Ausbau und Fassade durch die Unternehmen quick-mix und Protektor.